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Allgemeine Institutsinfos

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Neben Aus- und Weiterbildung in Psychotherapie und Hypnose

bietet und vermittelt das Milton Erickson Institut Psychotherapeutische Leistungen, Coaching und Beratung.

Psychologen mit unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten sind an das Institut angeschlossen. Wir gewährleisten kompetente Ansprechpartner für die verschiedensten Anliegen. Alle vom Institut empfohlenen Kollegen nutzen erwiesen effektive, hypnotherapeutische Verfahren nach Milton Erickson als integrierten Bestandteil ihrer jeweiligen Fachausrichtung.

Über die Kontaktfunktion auf dieser Seite oder auch telefonisch können Sie einen für ihr spezifisches Thema ausgebildeten Therapeuten, Berater oder Coach anfragen und finden.

Kontaktieren Sie uns und schildern Sie kurz Ihr Anliegen. Wir melden uns dann umgehend bei Ihnen zurück.      

Berufspolitisches

Foto Karawane am Wegesrand

Zur Psychotherapie

 

Rahmenbedingungen unter denen Psychotherapeuten heute arbeiten

Ich erinnere mich an die Zeit, als klar wurde, dass es sogenannte Richtlinienverfahren geben würde. Wir haben innerhalb der MEG zusammengesessen und darüber diskutiert, ob wir anstreben wollen, ein Richtlinienverfahren zu werden. Es war eine kurze Diskussion. Finden wir das ein gutes Konzept? Wir waren uns einig, dass dies die Psychotherapie in ihrer Vielfalt einschränken würde und genau das verhindert würde, woran wir selbst glauben, nämlich dass es sinnvoll ist auf einen integrativen Ansatz hinzuarbeiten.
Die Richtlinien verlangten, dass man vieles, was man als sinnvoll erachtete, und viele Techniken, die man beherrschte, plötzlich nicht mehr machen durfte. Hat man in einem Therapieantrag diese erwähnt, wurde er einem abgelehnt. Man hat es dann heimlich gemacht.
Ob die Verfechter der Richtlinien in erster Linie die Auszubildenden und die praktizierenden Psychotherapeuten im Blick hatten, möchte ich bezweifeln. Hatte ein Verfahren die Zulassung erlangt, war man bemüht sofort hinter sich die Türe zu schließen. Oft wurden andere Ansätze abgewertet, allerdings war man mit der Beschränktheit des eigenen Ansatzes konfrontiert. Dies hat zu fast lächerlich wirkenden Versuchen geführt, die wertvollen Techniken und Verfahren der anderen Ansätze zu integrieren, in dem man sie einfach unbenannte. Da wurde die Schematherapie plötzlich salonfähig, die Zweistuhltechnik erfunden, oder behauptet, die systemische Therapie sei Teil des eigenen Ansatzes.
Interessant war die Auswirkung auf viele Psychotherapeuten, die dann schon fast ein schlechtes Gewissen entwickelten, wenn sie zwar etwas taten, was dem Patienten half, aber nicht kongruent mit dem war, was in den Ausbildungen gepredigt wurde.
Die Kollegen, die in Richtlinienausbildungen waren, haben mir immer wieder berichtet, das sie gerüffelt wurden, wenn sie etwas machten, was für den Patienten hilfreich war, aber nicht den Ausbildungsrichtlinien entsprach.
Was wollte man da für einen Psychotherapeuten heranziehen? Einen der sich fügt und gelernt hat zu funktionieren? Ist das nicht eine Untertanenmentalität, die man da provoziert?

 

 

Ausbildungsrichtlinien und Zulassungsbeschränkungen

Als die neuen Ausbildungsrichtlinien kamen, saß ich in einigen Gremien, die sich mit den Richtlinien beschäftigten. Ich habe die Kollegen damals gefragt, wollt ihr in Zukunft nur noch Kinder reicher Leute oder Frauen mit einem reichen Mann ausbilden? Wenn wir heute feststellen, dass wir in ein paar Jahren ein Nachwuchsproblem haben, dann sollten wir daran denken, dass wir dies geschaffen haben. Wie mein Kollege, Klaus-Dieter Dohne auf der Hinfahrt nach Bad Kissingen sagte: Wir haben kein Nachfolgeproblem sondern ein Vorgängerproblem.
Die Ausbildung zum Psychotherapeuten ist teuer und langwierig, sie zwingt die angehenden Psychotherapeuten in Arbeitsverhältnisse, die man nur als ausbeuterisch bezeichnen kann. Diese Therapeuten ersetzen heute in den Kliniken angestellte Psychologen und Ärzte, machen eigenständig Psychotherapie und werden dann mit 3 oder 1 Euro entlohnt. Das in unserem Bereich. Beschämend.
Von den Verbänden und Kammern kommt diesbezüglich deutlich zu wenig. Die sind zu viel mit ihrer Lobbypolitik beschäftigt.

Schaut man auf das, was die fertigen Psychotherapeuten dann zu Beginn ihrer Tätigkeit erwartet, so treffen sie erst einmal auf Zulassungsbeschränkungen. Wird ein Kassensitz frei, muss er diesen zu Höchstpreisen kaufen.
Das sind doch Griechische Verhältnisse. Was regen wir uns denn über den Verkauf von Taxi- und Lastwagenlizenzen auf. Wir haben doch die gleichen Strukturen direkt vor unserer Türe. Das Problem der Jungen sind die Alten. Die ins System wollen werden von denjenigen ausgenommen, die schon drin sind.
Da legen sich manche wie die dicken Schweine vor den Trog, damit die jungen Ferkel nicht dran kommen.
Wir haben vor Jahren mal erlebt, dass ein Kollege, der seine Regionalstelle abgeben wollte, auf die Idee kam, diese zu verkaufen. Darauf haben wir als Verein ihn darauf hingewiesen, dass man Regionalstellen zwar weitergeben kann, aber nicht verkaufen kann. Verkaufen kann man vielleicht die Einrichtung, wenn der Nachfolger sie haben möchte.
Wir könnten hier ja mal eine kleine Versteigerung machen und schauen, was z.B. die Hamburger Regionalstelle wert ist.

 

 

Verwaltungs-Irrsinn und Gutachterverfahren

Nun zum Verwaltungsirrsinn. Ich weiß nicht genau, was die Kammern mir persönlich gebracht haben, aber vor allem einen enormen zusätzlichen Verwaltungsaufwand und einen Jahresbeitrag von fast 900,-€.
Die Kollegin Frau Peper klagte neulich im Spiegel: "Für einen Therapiebericht bekomme ich 50 Euro, da sitze ich aber drei bis vier Stunden dran", sagt Peper. Insgesamt investiere sie 18 bis 20 Stunden für Bürokratie, schätzt die Psychotherapeutin. Tendenz steigend.“

Gutachterverfahren ist ein gutes Beispiel für die Vergeudung von Zeit und Ressourcen durch Verfahrens- und Verwaltungsprozesse. Es wurde einführt um die Notwendigkeit einer Psychotherapie zu überprüfen.
Tatsächlich zwingt es die Therapeuten einen Bericht über einen Patienten zu verfassen, den man zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch wenig kennt. Da die Erstellung des Berichts für die meisten Therapeuten mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden ist, und gering honoriert wird, ist jeder Therapeut bemüht, den Bericht so zu verfassen, das auch vom Gutachter akzeptiert wird.
Die Gutachter wiederum müssen ihre Existenz dadurch rechtfertigen, dass sie nicht jedes Gutachten akzeptieren. Es entwickelt sich ein Hase-Igel-Spiel. Die Therapeuten bemühen sich, den Bericht so zu schreiben, dass es der Gutachter akzeptiert, während der Gutachter das Haar in der Suppe sucht, das ihm die Möglichkeit gibt, den Bericht abzulehnen.
Voraussehbar ergibt sich nun eine professionelle Gutachterschreiberzunft, die ähnlich arbeitet, wie professionelle Schreiber einer Doktorarbeit, die man sich, das weiß man spätestens seit der Pose um die Doktorarbeit von Herrn Guttenberg, kaufen kann.
Nach vorgefertigten Textmustern werden Berichte über einen Patienten geschrieben, welche die Schreiber niemals gesehen haben und zu Gesicht bekommen. Ich habe einen Kollegen, der eine Berichtschreibfirma besitzt, wo Studenten, die nicht einmal Psychologie studieren, nach vorgefertigten Satzbausteine die Berichte nach einem bestimmten Muster zusammenbauen, so dass der Gutachter nichts findet, was er bemängeln kann. Der Kollege schaut dann noch einmal auf die fast fertigen Berichte rauf und korrigiert eventuelle Ungereimtheiten.

Was lernen wir daraus. Das ganze Verfahren schafft Arbeit, ohne das irgendetwas dabei herauskommt und hält die Kollegen von dem ab, was sie eigentlich tun wollen und tun sollten, den Patienten zu behandeln. Der weitere Effekt ist, dass die Verwaltung, die durch dieses Verfahren entsteht, die Kosten der Psychotherapie in die Höhe treibt. Denn das Verfahren verhindert, dass Therapien in wenigen Stunden zum Erfolg kommen, denn kaum ein Therapeut ist motiviert, nachdem er eine Therapie bewilligt bekommen hat, mit weniger als den bewilligten Stunden auszukommen. Denn bei einem neuen Patienten steht wieder der Bericht an.
Wir brauchen also nicht nach Griechenland zu schauen, wir haben die Missstände direkt vor der Türe.

 

 

Reaktionen der Psychotherapeuten auf die Missstände

Wie haben sich die meisten Psychotherapeuten bezüglich dieser Situation verhalten? Die Zustände wurden beklagt, aber dann akzeptiert, man hat versucht sich mit, KVen, Richtlinien, Ausbildungsmissständen zu arrangieren.
Früher gab es mal einen Witz: Was ist der Unterschied zwischen einem Psychologiestudenten, einem Jurastudenten und einem Medizinstudenten? Die Antwort: Alle bekommen das Telefonbuch zum Auswendiglernen. Der Psychologiestudent fragt: „Warum?“ der Jurastudent: „Wie viel?“ und der Medizinstudent: „Bis wann?“

Die Psychologischen Therapeuten waren bestrebt auf die Stufe der Mediziner zu kommen. Ich befürchte, zum Teil haben sie es geschafft.

 

Zum Gesundheitswesen

 

Das Krankenhaus als ethik-freier Wirtschaftsraum

Zehn Jahre ist es her, dass von der damals rot-grünen Regierung ein neues Finanzierungssystem für die Krankenhäuser eingeführt wurde. Es wurde eine leistungsorientierte Vergütung eingeführt, die den Klinikern Pauschalen nach einem durchschnittlichen Marktpreis zuspricht. Bleibt das Krankenhaus bei der Behandlung über diesem Marktpreis, muss es die Kosten selbst tragen, arbeitet es günstiger macht es Gewinn. Diese Reform wurde vollmundig als „Revolutionärste Veränderung im Krankenhausbereich aller Zeiten“ angekündigt. Die Veränderungen sind eingetroffen. Viele Krankenhäuser wurden privatisiert und mit Hilfe von Unternehmens-beratungen wie McKinsey und Roland Berger optimiert. Sie entwickelten sich zu marktwirtschaftlich organisierten Unternehmen. Nicht die Qualität der Versorgung sondern der Jahresgewinn wurde zum zentralen Steuerungsmodul für das Krankenhausunternehmen.

Das System schafft Anreize, bestimmte Leistungen zu erbringen und andere zu unterlassen. Eine Physiotherapie bringt weniger als eine Rücken-OP. Mit technischen Eingriffen erwirtschaftet man mehr als mit menschlicher Zuwendung. So beeinflusst das Vergütungssystem den Leistungskatalog des Krankenhauses. Verwaltungsange-stellte berechnen, wie viel sich bei den Patienten abrechnen lässt? Geschäftsführer weisen ihre Chefärzte an, bestimmte Behandlungen mehr und andere weniger zu machen. Chef- und Oberärzte werden über Bonus-zahlungen dazu angeregt, Patienten auf die lukrativste Weise zu behandeln. Sie werden angewiesen, Behand-lungen zu unterlassen, die den wirtschaftlichen Erfolg der Klinik gefährden.

Auf die Spitze getrieben wird dieses System mit Boni für das Erreichen von Mengenvorgaben. Die Universitäts-klinik Göttingen zahlte einem Oberarzt 1500 Euro extra für jede Lebertransplantation, sobald er eine bestimmte Zahl von Transplantationen erreicht hatte. Das motivierte ihn, die Zahl der OPs in kürzester Zeit in die Höhe zu treiben. Dafür manipulierte er das  Organ-Vergabesystem mit gefälschten Patientendaten.

 

 

Fehler im System / Der Patient als Ware

Ein Chefarzt, der seit geraumer Zeit im Streit mit seinem Verwaltungschef lag, der ihn drängte, Patienten mit sinnlosen Operationen zu "beglücken" (in anderen Zusammenhängen wäre das schwere Körperverletzung), sagte diesem:

Wo ist der Verwaltungschef?

Suchbild: Finde den Verwaltungschef

"Merken Sie eigentlich, was ich den ganzen Tag für die Patienten und meine Station leiste?" Die Antwort des Verwaltungsleiters: "Das interessiert mich einen Scheißdreck! Was mich interessiert ist, was sie abrechnen."
Der Chefarzt klagte: „Warum kommen eigentlich immer die größten Arschlöcher ganz nach oben?".....

......Die Erklärung ist einfach. Das Krankenhaus gehört einer Aktiengesellschaft. Diese will Profite sehen. Der Verwaltungsleiter ist derjenige, der von der Aktiengesellschaft eingesetzt wurde, die Profite zu generieren. Die höchsten Profite macht das Krankenhaus dann, wenn es die Patienten als Ressourcen für sich selbst betrachtet und die Behandlungen und Operationen durchführt, die am lukrativsten sind. Zeigt ein Verwaltungschef bezüglich einer solchen Haltung Skrupel, können die Erträge unter den Erwartungen der Aktionäre zurückbleiben. Er wird dann ausgetauscht, bis einer gefunden worden ist, der skrupellos genug ist, das Wohl der AG über das der Patienten zu stellen und die Ärzte entsprechend unter Druck zu setzen. So kommen bestimmte Charaktere nach oben.

 







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